Zwei rosa Striche, die deine Gedanken auf den Kopf stellen.

Freitag der 13. Ein Tag, der im Volksglauben als der Tag gilt, an dem besonders viele Unglücke passieren. Und auch wenn ich nicht zu den abergläubischen Menschen gehöre: eine gewisse Vorsicht habe sogar ich an diesen Tagen walten lassen. Wie gut, dass „Freitag der 13.“ für meinen Freund und mich seit diesem Jahr nun alles andere als negativ belastet ist. Denn an einem der besagten Unglückstage schimmerten uns zwei rosa Striche in einem weissen Fenster entgegen, wirbelten unser Leben gehörig durcheinander und machten damit „Freitag den 13.“ zu unserem persönlichen Glückstag.

Ich habe mich immer gefragt, wie ich in dieser Situation reagieren werde und was soll ich sagen: es war anders als gedacht (wie so oft 🙂 ). Auch wenn es mir schon vor dem Test klar war – man kennt ja seinen Körper – dass wir ein Baby bekommen, ist es in dem Moment, in dem man es quasi rosa auf weiss vor sich hat, doch noch eine ganz andere Nummer. Und so schwankte meine Reaktion im Sekundentakt zwischen Lachanfällen, Tränen, ungläubigem Schweigen und einer noch nie empfundenen Wärme im Bauch, die mich seitdem meinen Bauch täglich zärtlich streicheln lässt.

Während ich diesen Beitrag schreibe, bin ich kurz vor der 39 SSW und das Ende naht. Diesem „Ende“ sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Ja, ich habe eine gehörige Portion Respekt vor der Geburt und den ersten Tagen. Aber auch ein tiefes Urvertrauen in meinen Körper und in das Programm, was er seit über 9 Monaten automatisch für mich fährt und weiterhin fahren wird.

Dieses Urvertrauen geht heute vielfach verloren. Vorbereitungskurse und passende Lektüre schaden sicher nicht, aber sie werfen oft auch mehr Fragen auf, als sie beantworten. Würde meine Oma noch leben, sie würde sicher den Kopf schütteln über mich und andere Frauen in der Situation. Sie würde sich wundern, wieso wir so viel Zeit damit verbringen uns auf etwas vorzubereiten, dass evolutionär perfekt ausgeklügelt ist und für das der weibliche Körper geschaffen wurde.

Ich glaube keine Generation hat sich je intensiver mit dem ganzen Thema beschäftigt und sich mehr Gedanken und Sorgen gemacht und daher habe ich es bei einem Kurs belassen, nur ein Buch gelesen und beschlossen, den Rest auf mich zukommen zu lassen. Wenn ich am Ende etwas nicht weiss oder unsicher bin, frage ich meine Mutter oder meine Hebamme. Unsere Tochter wird uns die kleinen Fehler und das ungeschickte Wickeln verzeihen. Denn sie wird uns nicht vergleichen und daher sind wir für sie die besten Eltern, die sie je hatte. Und das auch mit falsch zugeknöpftem Body.