Alles nur eine Phase..

Mittlerweile ist Mavie 4 Monate alt und im Vergleich zu ihren ersten Lebensmonaten sehr pflegeleicht. Auch wenn mir viele Mütter sagen, dass man die schwierigen Phasen irgendwann vergisst: für mich nur schwer vorstellbar, dass ich jemals vergessen werde, wie mies es mir in den Momenten ging, als ich tränenüberströmt, vollgespuckt, mit knurrendem Magen, Bergen an Wäsche, einem leeren Kühlschrank, mit meiner tobenden von Koliken geplagten Tochter auf dem Arm, restlos erschöpft und mental sowie körperlich erledigt auf unserem Fußboden im Wohnzimmer saß und einfach nicht mehr konnte. In dieser Zeit gab es einige Tage, an denen ich morgens neidvoll meinen Freund zur Arbeit verabschiedet habe und gerne tauschen wollte.

Ja, ich habe eine Weile gebraucht, um in der neuen Situation anzukommen. Von einer Sekunde auf die andere war ich zu 100% fremdbestimmt und durch die sehr schwierige Anfangsphase zu Beginn auch teils sozial isoliert (mit permanent schreiendem und tobendem Kind geht man nur ungerne öfter als nötig aus dem Haus und der massive Schneefall in den ersten Wochen machte das Leben auch nicht leichter). Da ist es aus meiner Sicht keine Schande zu sagen, dass ich Zeit brauchte. Zeit mich neu zu ordnen und die neue Rolle zu akzeptieren und zu verinnerlichen.

Wie schwer es mir an manchen Tagen gefallen ist, habe ich nie geleugnet. Wieso auch? Nur wer redet, dem kann geholfen werden und das war auch in der Zeit der Fall. Freunde und Bekannte haben mir immer wieder gesagt „Das ist nur eine Phase und wird bald vorüber sein!“ Wirklich glauben konnte ich es nicht. Gerade die Koliken haben uns allen das Leben sehr schwer gemacht. Wir haben in den Monaten wirklich alles versucht: Windsalbe, Kümmelzäpfchen, Fliegergriff, Kur mit Darmbakterien, Babymassage, vollständige Nahrungsumstellung meinerseits usw. und nichts brachte Linderung. Bis der Spuk tatsächlich von einem auf den anderen Tag plötzlich vorbei war. Keine Koliken mehr, keine Bauchkrämpfe, keine abendlichen Schreistunden – nur noch ein zufriedenes und glückliches kleines Mädchen. Das ich dann nach 3 Monaten komplett abgestillt habe, hat für mich definitiv dazu beigetragen, dass die Situation schlagartig entspannter wurde.

Wer nun denkt, Tränen und Gebrüll wären bei uns kein Thema mehr: weitgefehlt. Erstens ist Mavie ein Baby und Babys weinen und schreien. Alles andere würde mir ernsthaft Sorgen bereiten. Zweitens haben auch die Kleinsten bereits ihren eigenen Charakter und in unserem Fall einen sehr starken. Daher protestiert Mavie lautstark, wenn es nicht nach ihrer Nase geht, sie beschäftigt werden will, Langeweile hat usw. Manchmal habe ich das Gefühl: sie braucht keinen wirklichen Grund. Die Kinderärztin hat mich kürzlich darauf hingewiesen, dass Mädchen in der Regel auch in die Vorpubertät kommen… Wenn das Temperament so bleibt, gehen uns die Herausforderungen in der Zukunft wohl nicht aus 🙂

Und wieso musste das jetzt gesagt werden? Ganz einfach: als ich mitten in der fürchterlichen Anfangsphase gesteckt habe, haben mir die Berichte von ähnlichen Erfahrungen mehr Kraft gegeben als alles andere. Denn mit einem hatten alle recht: es ist nur eine Phase und Phasen gehen vorbei. Ihr seid nicht die einzigen Mütter, die heulend und hilflos auf dem Fußboden saßen und sich manchmal weit weg gewünscht haben. Mein Tipp: geht offen und ehrlich mit euren Gedanken, Erlebnissen und auch Gefühlen um und ihr werdet schnell überrascht sein, wie vielen Müttern es zu Beginn ähnlich ging.

XOXO, Maylin

Tage mit Baby können lang sein.

Vor kurzem hat mir eine Kollegin – selber bereits Mutter – von ihrer Elternzeit berichtet und es mit dem Sprichwort „Tage mit Baby sind lang. Jahre kurz!“ zusammengefasst. Das unterschreibe ich nach fast 3 Monaten Mamaleben sofort. Mavie ist die große Liebe und dennoch sind manche Tage wirklich ein Kampf für Nerven und Gemüt (besonders nach kurzen Nächten). Ein paar Mal wurde mir bereits scherzhaft gesagt, dass ich froh sein kann, Zuhause zu sein. Froh? Natürlich bin ich froh und glücklich, die ersten wichtigen Monate im Leben unserer Tochter intensiver als jeder andere mitzuerleben. Und dennoch gibt es Tage, an denen ich gerne wieder arbeiten würde, um nicht in der sozialen Isolation zwischen Mullwindeln und Dreckwäsche zu enden 🙂

Diese Woche war es wieder soweit. Die Sonne schien, der Himmel war strahlend blau, die Temperaturen zweistellig -> perfektes Wetter also für einen Spaziergang mit Kinderwagen am Bodensee. Soweit die Theorie. In die Praxis sah es dann anders aus.

Die Tage beginnen grundsätzlich gleich: Schnelles Frühstück. Noch schnellere Dusche – immerhin MIT Haare. Anziehen. Schminken – ja, muss sein; die Augenringe sind mittlerweile wirklich fies. Mini-Me aus dem Bett holen und stillen. Artig Bäuerchen rausklopfen und noch eine Weile warten. Dann die Kleine waschen, wickeln und anziehen. Folge: das erste Mal Gebrüll. Anziehen ist seit ein paar Wochen eine Katastrophe und wird in 99% der Zeit mit lautem Protest und dicken Tränen kommentiert. Also beeilen, dann hochnehmen, trösten, sachte den Kopf streicheln. Der Protest verebbt. Innerlicher Jubel auf meiner Seite. Der endet, als mit einem soliden Bäuerchen die Hälfte der letzten hart erarbeiteten Stillmahlzeit auf uns landet. Also noch einmal von vorne. Mavie schreit – scheinbar findet sie das Gespucke ebenso ekelhaft wie ich. Ausziehen, waschen, neue Kleidung anziehen. Gilt für beide. Einziger Unterschied: ich schreie dabei nicht (man gewöhnt sich an alles). Das Schreien übernimmt wieder Mavie, als ich ihr die nasse Kleidung aus- und trockene Kleidung wieder anziehe. Danach erneut trösten. Nun gefahrlos. Da kann definitiv nichts mehr kommen.

Schnell Jacke und Schuhe angezogen, Mavie geschnappt und ab zum Kinderwagen. Stressfrei sieht anders aus, aber zwischen den Stillmahlzeiten bleiben aktuell nur 3h, von denen wir ja mittlerweile 1h mit an- und ausziehen vertrödelt haben und da ich Stillen am Wegesrand vermeiden möchte, ist gutes Timing die halbe Miete. In Windeseile den Kinderwagen vorbereiten – einhändig, denn mit dem anderen Arm wird das Baby jongliert. Schnell zudecken, die Mütze aufziehen und losfahren. Erneuter Protest. Ja, Mützen sind mittlerweile auch doof. Für „keine Mütze“ ist es aber definitiv zu kalt, da muss Mavie jetzt durch (ebenso wie ich). Der Protest steigert sich. Auch die sonst heißgeliebten Pflastersteine helfen heute nicht. Ich gehe schneller und schneller und verfalle bald in solides Walking-Tempo, während ich parallel versuche, den Kinderwagen rhythmisch zu schaukeln. Hilft meistens – heute nicht. Ein kurzer Blick in den Kinderwagen zeigt: eigentlich alles in Ordnung. Eigentlich. Denn der Protest verebbt nicht. Mittlerweile dezent gestresst und schweißgebadet – vom Rennen und Schieben und Stress – nehme ich die Abzweigung Richtung Bodensee in der Hoffnung auf baldige Ruhe.

Es nützt nichts. Nach ein paar weiteren Metern muss ich anhalten und Mavie aus dem Kinderwagen nehmen. Das Gebrüll verstummt sofort und macht einem seeligen Glucksen Platz. Zumindest ist nun klar: ihr fehlt nichts Ernstes. Ein paar Meter trage ich mit rechts meine Tochter und schiebe mit links (in Schlangenlinien) den Kinderwagen. Wage es dann, die Kleine wieder in den Wagen zu legen. Das Gebrüll startet schon, ehe ihr Rücken überhaupt das Innere des Wagens berührt. Ich versuche es dennoch und starte mit schaukelndem Schnellgang durch. Ohne Erfolg. Da ihre Gesichtsfarbe mittlerweile der Farbe eines guten Rotweins ähnelt (das dauert im Durchschnitt 10 Sekunden) nehme ich sie wieder raus und versuche, uns beide zu beruhigen.

Während ich tief durchatme, ertönt es neben mir laut „Ja, mei – das Kleine hat Hunger. Musst es auch mal füttern und nicht schreien lassen. Wisst ihr denn heute gar nicht mehr, wie man Kinder groß bekommt?“ Diesen hilfreichen Kommentar verdanke ich einem Herrn älteren Semesters, der auch gleich Kopfschüttelnd weitergeht und mich sprachlos stehen lässt. Hunger?! Wenn des Rätsels Lösung doch nur so einfach wäre. Wir gehen nach Hause und tauschen Kinderwagen gegen Trage. Mavie freut sich. Mama auch. Der Spaziergang am See wird dann doch noch sehr schön und friedlich – ohne Gebrüll und weitere ungebetene Kommentare.

Der erste Monat mit Baby. Ein ehrlicher Rückblick.

Morgen ist Mavie 6 Wochen bei uns. Der erste Monat ist rückwirkend nur so an mir vorbeigerauscht. Und das, obwohl es genug Tage bzw. Momente gab, wenn ich das schreiende Bündel auf meinem Arm nicht zur Ruhe bekommen habe, in denen sich die Minuten wie Kaugummi zogen.

Ich liebe meine Tochter mit jeder Faser meines Herzens und ich bin so unendlich stolz, dieses kleine Wunder 9 Monate in mir getragen und zur Welt gebracht zu haben. Dennoch war der erste Monat körperlich und emotional alles andere als leicht und ich habe mit vielen Dingen nicht gerechnet. Es gab Tage (besonders Abende) an denen ich vollkommen erschöpft, mit Tränen überströmt auf dem Sofa gesessen habe und einfach nicht mehr konnte. Ich hatte das Gefühl, als Mutter vollkommen zu versagen und die einzige Person auf Erden zu sein, die sich mit der neuen Situation gerade überfordert fühlt. An dem Punkt habe ich angefangen mit anderen Müttern über meine Gefühle zu sprechen und siehe da: es ging in der ersten Phase vielen so und die Gespräche gaben mir schnell neue Kraft und mein Selbstvertrauen wieder.

Es ist schade, dass über diese gemischten Gefühle, die Tränen, die Überforderung in der Anfangsphase selten ehrlich gesprochen wird und daher habe ich beschlossen, damit offen umzugehen um damit vielleicht anderen Müttern Mut zu machen.

9 Monate Schwangerschaft, eine Geburt, Hormonchaos ohne Ende, plötzlich wie rausgerissen aus dem alten Leben mit Job, Sport, Freunden usw. .. sitzt man plötzlich mit einem Säugling alleine Zuhause! Ich hatte wirklich Angst vor dem Tag, an dem mein Freund wieder zur Arbeit musste. Angst, etwas falsch zu machen, es alleine nicht zu schaffen.

Die Kinderärztin nennt Mavie liebevoll „sehr energetisch“. Heißt im Klartext, dass das kleine Mini-Mädchen nach mir kommt. „Oh Gott“, wird sicher der ein oder andere nun sagen 🙂 Und so protestiert Mavie direkt, wenn ihr etwas nicht passt. Wenn andere Babys sich mit ihren Protesten steigern, brüllt unsere Kleine sofort lautstark und wird innerhalb von Sekunden rot wie ein Krebs. Und dann spult man das komplette Programm ab: es wird gestillt, es werden Windeln gewechselt, es wird geschunkelt und getragen und geredet und gesungen usw. und an manchen Tagen hilft einfach nichts davon. Sie schreit auf dem Arm, schreit noch viel schlimmer, wenn man sie kurz weglegt, um wenigstens auf Toilette zu gehen. Man rennt zum Kinderarzt und lässt prüfen, ob organisch alles in Ordnung ist. Die Diagnose „alles wie es sein soll“ ist natürlich der Idealzustand, hilft einem in den Schreiphasen dennoch nicht weiter. Man durchforstet in den Stillpausen mit der einen freien Hand das Internet, ist danach nur noch gefrustet und fühlt sich hilflos und alleine.

Nach wenigen Tagen tat mir dann der ganze Rücken weh und ich konnte mich kaum noch bewegen. Klar, meine Muskeln waren das Gewicht auf den Armen und die dauernd nach vorne gebeugte Haltung einfach nicht gewohnt. Dazu ein Beckenboden, der erst einmal wieder einer werden möchte, Bauchmuskeln, die zunächst zusammenwachsen müssen und ein Körper, der durch den Eisenmangel und den Schlafentzug nur auf Sparflamme läuft.

Und dann sitzt man an manchen Tagen dort… im Schlafanzug am Mittag, mit Milchkotze in den Haaren/auf dem Sofa/dem Fußboden/auf dem Baby, ohne nennenswerte Mahlzeit im Magen, mit wunden Brustwarzen und geschwollenen schmerzenden Brüsten, mit den verrücktesten Stimmungsschwankungen verursacht durch die hormonelle Veränderung, vor einem Berg dreckiger Wäsche, einem leeren Kühlschrank und 20 unbeantworteten WhatsApp-Nachrichten und fängt an, an seinen Qualitäten als Mutter zu zweifeln und auch zu verzweifeln und sich einsam zu fühlen.

Wir wohnen unglaublich schön: im 4-Länder-Eck am Bodensee mit Blick auf die Alpen. Missen möchte ich diese Aussicht nicht. Und doch hat sie aktuell ihren Preis: unsere Familien sind ca. 650km entfernt und daher sind wir in vielen Dingen auf uns alleine gestellt. „Stellt dich nicht so an“, mag nun Jemand denken. Sicher, machbar ist alles und am Ende des Tages machen wir als Paar mit Freunden vor Ort alles möglich. Dennoch bleibt in den Momenten eine Leere, die nur die Familie füllen kann. Der Preis, den wir für diese Landschaft und die Lebensqualität hier in Vorarlberg, Österreich momentan zahlen.

„Es wird besser“ haben mir alle gesagt und auch wenn ich es in den Momenten nicht glauben wollte: sie hatten Recht. Ich musste nicht mit Mavie, sondern in erster Linie mit mir geduldig sein. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und mittlerweile – 6 Wochen danach – sind viele Handgriffe längst Routine, das Windeln wechseln klappt im Dämmerlicht, Duschen funktioniert im Schnelldurchgang, Dinge mit den Füßen aufheben ist lange keine Schwierigkeit mehr und die Rückenmuskulatur hat sich an die neue Belastung gewöhnt. Nur mit dem Milchabpumpen tue ich mich noch immer schwer; komme mir dabei einfach vor wie eine Kuh an der Melkmaschine 🙂

Doch solange es nur das ist, kann ich damit gut leben. Und die Augenringe, die viele Wäsche und auch die Tränen werden immer wieder und wieder belohnt. Mit jedem Lachen, Lächeln, Glucksen und ihrem ruhigen Atem, wenn Mavie auf meiner Brust einschläft. In den Momenten weiß ich, dass wir es richtig machen und weiterhin machen werden und freue mich auf alles das, was da noch kommen mag.

Und dann kommt alles anders.

Am 27. Dezember 2018 stand die Welt um 12.17h für uns für einen Moment still, als sich unsere Tochter Mavie mit ihrem ersten kraftvollen und energischen Schrei mitten in unsere Herzen katapultierte. Morgen ist Mavie schon drei Wochen bei uns und während sie gerade ein Vormittagsschläfchen macht, habe ich das erste Mal Zeit, ein paar Zeilen zu schreiben und für mich ein Resümee zu ziehen. Die Redensart „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ trifft den Nagel für mich ziemlich auf den Kopf.

Natürlich hatte ich einen Plan im Kopf oder zumindest eine Vorstellung davon, wie die Schwangerschaft, die Geburt und auch die ersten Wochen ablaufen würden. Was davon ist eingetreten? Natürlich so gut wie nichts 🙂

Meine romantischen Gedanken in Verbindung mit der Schwangerschaft waren spätestens dann vorbei, als ich würgend über der Kloschüssel hang, dabei Thrombosestrümpfe trug und mein Gesicht von geplatzten Adern gezeichnet war (von meinen Waden wollen wir an der Stelle nicht reden). Meiner Kosmetik sei Dank, konnte ich letzteres zum Glück noch in den Griff bekommen. Sodbrennen, Verdauungsprobleme, Schlaflosigkeit usw. gaben sich irgendwann im Wechsel die Klinke in die Hand. Um ehrlich zu sein, war die Zeit, in der ich richtig gerne schwanger war, verdammt kurz. Vom ersten Tag an habe ich mich auf mein Kind gefreut und konnte es kaum abwarten, Mavie endlich in meinen Armen zu halten.. aber der Weg dahin war aus meiner Sicht recht mühsam.

Die Ärzte und mein Bauchgefühl prophezeiten mir, dass es vermutlich vor dem errechneten Entbindungstermin losgehen würde. Ich war nicht böse, denn gerade gegen Ende wurden die Beschwerden massiver und ich war es einfach leid, schwanger zu sein. Es kam wie es kommen musste.. Mavie ließ sich Zeit, meine Nerven langen blank und der Bauch wuchs und wuchs. Schlussendlich entschied man, bei ET+7 (am 27.12) einzuleiten. Auf der einen Seite erleichternd, da nun das Ende nahte, aber als Mutter auch zermürbend. Gedanken wie „Habe ich etwas falsch gemacht?“ kamen automatisch. Dabei hatte ich in den letzten Wochen tassenweise diesen ekelhaften Himbeerblättertee runtergewürgt, überall Zimt oder Ingwer draufgestreut, tägliche Spaziergänge gemacht, ihr gut zugeredet usw. Von Wehen war allerdings weit und breit nichts zu sehen – bis zum Morgen des 27.12. Dickkopf wie die Eltern, machte sich unsere Kleine dann wenige Stunden vor dem geplanten Einleitungstermin doch von alleine auf den Weg, als wenn sie uns sagen wollte „Einleitung? Ohne mich!“

In den Monaten vor der Geburt – man wusste es ja nicht besser – war ich hellauf begeistert von meinem Plan, ohne PDA oder andere Schmerzmittel zu entbinden. Ich hätte lieber meinen Mund gehalten, denn aus meinem Plan wurde dann leider (heute bin ich glücklich darüber) Realität. Als ich die Hebamme unter der Geburt beinahe angebettelt habe, etwas anderes als Buscopan zu bekommen und sie mir Globuli anbot, hätte ich ihr die Kügelchen am liebsten vor Wut an den Kopf geworfen. Rationales Denken unter der Geburt? Fehlanzeige! Gleiches gilt für das Zeitgefühl. Es war schlichtweg zu spät für Schmerzmittel wie eine PDA. Da half nur noch „Augen zu und durch“ – im wahrsten Sinne.

Und auf einmal war Mavie da und machte aus meinem Freund und mir Eltern und aus uns eine kleine Familie. Vielleicht kennen die Eltern unter euch die Frage ebenfalls, die mich in den Wochen vor der Geburt gequält hat: werde ich mein Kind so lieben, wie es das verdient hat? Die Antwort ist: JA!!! Die Liebe kam wie selbstverständlich in dem Moment über mich, in dem ich sie das erste Mal in den Armen hielt. Und es ist genau diese Liebe, die seitdem unser täglicher Antrieb ist, uns bei Tag & Nacht um dieses kleine hilflose Menschlein zu kümmern.

Wenn ich an Gespräche mit Freunden denke, die ich vor der Geburt geführt habe, muss ich oft laut lachen. Typisch Frau ohne Kinder, predigte ich:

1. Ein Kind gehört nicht ins Elternbett! Fakt ist, Mavie hat bisher keine einzige Nacht vollständig in ihrem Beistellbett geschlafen. Meistens sogar keine einzige Sekunde.

2. Man darf die Kleinen nicht zu sehr verwöhnen! Fakt ist, nach dem Waschen föhne ich Mavie mit dem warmen Föhn trocken (sie liiiiiiiiiiiiiiiiiebt es) und wenn sie Abends nicht in den Schlaf findet, kämme ich ihr stundenlang mit der kuschelweichen Babybürste ihren Kopf.

3. Man muss seinen Rhythmus beibehalten! LOL – welcher Rhythmus? 🙂 An manchen Tagen habe ich Mittags noch nichts gegessen, noch immer den Pyjama an und hocke vor einem Haufen schmutziger Wäsche, während ich parallel ausgespuckte Milch vom Boden wische, versuche Mavie zu beruhigen und die Windeln zu wechseln.

4. Man muss definitiv Zeit genug haben, seine WhatsApp-Nachrichten zu lesen und zu beantworten! Ich schäme mich heute für jeden negativen Kommentar, wenn Freundinnen – die vor mir Mütter geworden sind – tagelang mit einer Antwort auf sich haben warten lassen. ICH VERSTEHE EUCH JETZT! Es gibt definitiv Kinder, die super pflegeleicht sind, nicht spucken, schreien, regelmäßig schlafen, usw. Aber das ist die Ausnahme. An alle, die heute noch auf Antworten warten: bitte nehmt es mir nicht übel; die Zeit reicht einfach an den meisten Tagen nicht einmal, um in Ruhe zu duschen 🙂

Gestern war das Wetter hier in Österreich am Bodensee das erste Mal seit einer Ewigkeit wieder schön und wir machten uns auf den Weg zum See, um Sonne und frische Luft zu genießen. Zehn Minuten nachdem wir das Haus verlassen hatten, kam ich schon wieder zurück: auf dem linken Arm meine Tochter, die partout nicht im Kinderwagen liegen wollte und dort nur schrie wie am Spieß und mit dem rechten Arm den Kinderwagen schiebend. Zuhause setze ich Mavie in ihre Trage, schnallte sie mir vor die Brust und startete den zweiten – jetzt erfolgreichen – Versuch. Schon nach wenigen Metern schlief meine Kleine wie ein Stein.

Was ich sagen will? Ja, Planung ist das A und O mit einem kleinen Kind. Aber viel wichtiger sind für mich Flexibilität und Gelassenheit, die Dinge so anzunehmen wie sie sind. Ich halte nichts davon, ihr die Nähe zu verwehren, wenn sie diese so dringend benötigt und wenn das bedeutet, dass ich 5x täglich für eine Runde um den Block aufbreche, dann ist das für mich vollkommen in Ordnung. Mittlerweile bin ich clever genug, mir vorher ein Brot zu schmieren und beim Gehen zu essen. Denn in den Momenten habe ich ausnahmsweise die Hände einmal frei und Zeit, mein Brot in Ruhe zu essen und nicht runterzuschlingen 🙂

Es muss nicht immer neu sein.

Ich will ehrlich sein: wenn es bei mir um Kleidung ging, war mir lange (fast) nichts zu teuer. Natürlich gab es immer gewisse Stücke, bei denen ich ein paar Wochen nachgedacht habe. In den meisten Fällen bin ich letzten Endes aber doch leicht berauscht, mit niedrigerem Kontostand und einer Tasche/Jacke/usw. mehr aus dem Laden gegangen, ohne die ich NATÜRLICH nicht leben konnte.

Das änderte sich nach und nach, je mehr ich mich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Zero Waste usw. auseinandersetzte und auch je älter ich wurde. In einem schleichenden Prozess wurden andere Dinge wichtiger und der Drang, noch eine weitere teure Handtasche von MCM usw. zu besitzen, verschwand. Nicht nur bei meinen vielen Bergwanderungen sind andere Dinge wesentlich wichtiger geworden 🙂 Mode bedeutet mir noch immer viel. Trends zu verfolgen und meinen Stil zu unterstreichen, macht mir Freude – aber es muss eben nicht mehr die Marke YXZ sein, die in meinem Kleiderschrank hängt.

Mit der Schwangerschaft kam dann schnell der Punkt, an dem Hosen unbequem wurden, Oberteile zu kurz waren und ich mich in meinen normalen Sachen nicht mehr wohlfühlte. Eine kurze Internetrecherche später hätte ich das iPad vor Wut fast an die Wand geworfen. Ja: ich wollte gerne trotz Schwangerschaft noch vernünftig aussehen. Mein Modebewusstsein verschwand ja nicht urplötzlich mit wachsendem Bauch. Aber: Die Preise, die für Umstandsmode verlangt werden, raubten mir bald den Atem.

Dann fiel mir etwas ein. Eine Freundin hatte mir vor einiger Zeit erzählt, dass es ein Pendant zur deutschen Online-Kleidertauschbörse „Kleiderkreisel“ gibt: die Online-Plattform „Mamikreisel“. Vom Namen mal abgesehen eine super Sache, denn dort erwartete mich ein riesen Angebot an gebrauchter aber oftmals neuwertiger Umstandsmode, für die kein Vermögen fällig war.

Schlussendlich habe ich mich mit einigen gebrauchten, ein paar geliehenen oder geschenkten und wenigen neuen Teilen eingedeckt und bin damit sehr zufrieden. Und – schwer zu glauben, dass ich das sage – ich merkte, dass ich mit viel weniger Auswahl genauso zufrieden war wie mit großer. Zumindest stand ich in den vergangenen Monaten kein einziges Mal vor dem Kleiderschrank und wusste vor lauter Auswahl nicht, was ich anziehen soll 🙂

Als es dann an die Erstausstattung unserer Tochter ging, haben mein Freund und ich das ähnlich gehandhabt. Sicher, ein paar Dinge – wie z.B. die Babyschale – wollten wir alleine aus Sicherheitsgründen nicht gebraucht kaufen. Aber Dinge wie Kleidung gibt es „gebraucht“ in Hülle und Fülle und was gebraucht bei Säuglingen und Kleinkindern heißt, wissen die meisten von uns: oft nur 3x getragen, bis die Winzlinge nicht mehr hineinpassen.

Am Ende des Tages war ich sogar ein wenig stolz auf uns, wie konsequent und einfach wir viele Dinge umsetzen konnten und wie viele Ressourcen wir sparten (neben Materialien auch jede Menge Zeit und Geld).

Was mich dann aber aus den Socken haute, war die Reaktion einer Freundin. Als ich von meinen Erfahrungen erzählte, fragte sie mich spontan, ob wir jetzt aufgrund der bevorstehenden Elternzeit Geldsorgen hätten und daher sparen müssten.

Die Frage machte mich beinahe sprachlos und es schockiert mich noch jetzt Monate danach, dass ein bewusster und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen – der oftmals automatisch mit Geldeinsparungen verbunden ist – sofort mit Geldnöten gleichgesetzt wird. Schade, dass wir gesellschaftlich noch an dem Punkt sind. Umso wichtiger ist und bleibt mir, weiterhin offen und ehrlich über Themen wie diese zu reden und zu schreiben und so zumindest einen kleinen Beitrag zu mehr Aufklärung zu leisten.

 

 

 

Bildquelle: Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in unserem Leben.

Die Umwelt und alle damit verwandten Themen lagen mir schon immer am Herzen. Wie hätte es auch anders sein sollen: meine Mutter gehörte schon in meinen Kindheit zu den Menschen, die nur mit dem guten alten Juttebeutel einkaufen gingen, Joghurt sowie Käse selber herstellten und ihr Waschmittel mit einem Bio-Baukastensystem zusammenstellten. Vielleicht kennt ihr die Wissenschaftssendung „Hobbythek“ mit Jean Pütz noch, welche bis 2004 ausgestrahlt wurde. Meine Mutter – so schien es mir – war eindeutig einer seiner grössten Fans 🙂

So ging ich die ersten drei Jahrzehnte meines Lebens zwar mit einem guten Umweltbewusstsein durch die Welt – verfolgte das Thema für mich allerdings nicht weiter. Teils aus Bequemlichkeit und teils aus Unwissenheit. Dann folgten kurz hintereinander vier Ereignisse, die mich umdenken liessen.

1. Auf einer Sportreise nach Marbella teilte ich mir ein Zimmer mit einer zunächst fremden jungen Frau: Franzi. Franzi – ein herzensguter lustiger Mensch sowie Anhänger der Zero-Waste-Bewegung – wurde schnell zu einer Freundin, die mir Zero-Waste näher brachte.

2. Ich begann in Liechtenstein zu arbeiten und wurde – von Urlauben oder Dienstreisen mal abgesehen – das erste Mal mit einem mir sehr fremden Mülltrennungssystem sowie einer völlig anderen Denke in dem Zusammenhang konfrontiert.

3. Zur gleichen Zeit zog ich nach Österreich. An meinem neuen Wohnort gibt es keine Mülltonnen, wie ich sie aus Deutschland kenne. Je Müllart (Rest-, Bio- oder Plastikmüll) gibt es eine Sorte Tüten, welche man sich im Supermarkt kaufen muss. Diese Tüten werden dann im 1- oder 2-Wochen-Turnus an die Strasse gestellt und abgeholt. Das Prinzip „Deckel auf, Müll rein, Deckel zu“ ohne zu wissen, wie viel Müll man nun eigentlich bereits angesammelt hatte, funktionierte nun nicht mehr und die Müllmenge, die regelmässig an die Strasse gestellt wurde, schockierte mich ernsthaft.

4. Ich wurde schwanger! Wieso das was an meiner Einstellung änderte? Ich kann es nicht genau sagen. Vielleicht sind schlussendlich auch die Hormone – die kleinen Biester die es einem eh schon schwermachen in der Zeit 🙂 – Schuld gewesen.

Mit jedem der Ereignisse begann ich mich also intensiver mit Einflussfaktoren auf die Umwelt, Nachhaltigkeit und angrenzenden Themen zu beschäftigen und fand sogar mehr und mehr Spass daran. An der Stelle geht ein grossen DANKE an meinen Freund, der meine Projekte nie belächelt hat oder belächelt, sondern fast alles (bei Haarseife hört es bei ihm momentan noch auf 🙂 ) tatkräftig unterstützt.

Und so fand in vielen Bereichen ein leichteres und nachhaltigeres Leben bei uns Einzug: Wasch- und Reinigungsmittel, der wöchentliche Einkauf, Kosmetik und Körperpflege sowie das spätere Wickeln unserer Tochter sind einige der Themen, die ich in den nächsten Wochen gerne mit euch teilen und näher beleuchten möchte. Vieles ist ohne Aufwand und Extraarbeit umzusetzen und spart am Ende des Tages sogar Geld.

Wie steht ihr zum Thema Nachhaltigkeit? Gab es bei euch ebenfalls irgendwann ein Umdenken und wenn ja, durch welche Trigger verursacht? Ich freue mich auf euer Feedback.

Zwei rosa Striche, die deine Gedanken auf den Kopf stellen.

Freitag der 13. Ein Tag, der im Volksglauben als der Tag gilt, an dem besonders viele Unglücke passieren. Und auch wenn ich nicht zu den abergläubischen Menschen gehöre: eine gewisse Vorsicht habe sogar ich an diesen Tagen walten lassen. Wie gut, dass „Freitag der 13.“ für meinen Freund und mich seit diesem Jahr nun alles andere als negativ belastet ist. Denn an einem der besagten Unglückstage schimmerten uns zwei rosa Striche in einem weissen Fenster entgegen, wirbelten unser Leben gehörig durcheinander und machten damit „Freitag den 13.“ zu unserem persönlichen Glückstag.

Ich habe mich immer gefragt, wie ich in dieser Situation reagieren werde und was soll ich sagen: es war anders als gedacht (wie so oft 🙂 ). Auch wenn es mir schon vor dem Test klar war – man kennt ja seinen Körper – dass wir ein Baby bekommen, ist es in dem Moment, in dem man es quasi rosa auf weiss vor sich hat, doch noch eine ganz andere Nummer. Und so schwankte meine Reaktion im Sekundentakt zwischen Lachanfällen, Tränen, ungläubigem Schweigen und einer noch nie empfundenen Wärme im Bauch, die mich seitdem meinen Bauch täglich zärtlich streicheln lässt.

Während ich diesen Beitrag schreibe, bin ich kurz vor der 39 SSW und das Ende naht. Diesem „Ende“ sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Ja, ich habe eine gehörige Portion Respekt vor der Geburt und den ersten Tagen. Aber auch ein tiefes Urvertrauen in meinen Körper und in das Programm, was er seit über 9 Monaten automatisch für mich fährt und weiterhin fahren wird.

Dieses Urvertrauen geht heute vielfach verloren. Vorbereitungskurse und passende Lektüre schaden sicher nicht, aber sie werfen oft auch mehr Fragen auf, als sie beantworten. Würde meine Oma noch leben, sie würde sicher den Kopf schütteln über mich und andere Frauen in der Situation. Sie würde sich wundern, wieso wir so viel Zeit damit verbringen uns auf etwas vorzubereiten, dass evolutionär perfekt ausgeklügelt ist und für das der weibliche Körper geschaffen wurde.

Ich glaube keine Generation hat sich je intensiver mit dem ganzen Thema beschäftigt und sich mehr Gedanken und Sorgen gemacht und daher habe ich es bei einem Kurs belassen, nur ein Buch gelesen und beschlossen, den Rest auf mich zukommen zu lassen. Wenn ich am Ende etwas nicht weiss oder unsicher bin, frage ich meine Mutter oder meine Hebamme. Unsere Tochter wird uns die kleinen Fehler und das ungeschickte Wickeln verzeihen. Denn sie wird uns nicht vergleichen und daher sind wir für sie die besten Eltern, die sie je hatte. Und das auch mit falsch zugeknöpftem Body.

Wieso etwas Konfetti im Leben keinem schadet.

„Och nö, nicht noch ein Blog!“ „Was hat sie denn nun vor?“ „Muss das sein?“

So oder ähnlich werden sicher einige Reaktionen auf meinen ersten eigenen Blog ausfallen. Aber darf ich euch was sagen? Die Reaktionen sind mir heute – mit 32 Jahren – egal.

Ich habe schon immer gerne gelesen, geschrieben und gesprochen. Wer mich kennt, wird zumindest das Letztere bestätigen 🙂 Worte haben mich seit jeher gefesselt. Als Kind hing ich bei den abendlichen Gute-Nacht-Geschichten gebannt an den Lippen meiner Mutter. Sobald ich selber schreiben konnte, fing ich mit dem Führen von Tagebüchern an. Stürzte mich mit Freude in jede Deutscharbeit und platze als Kind vor Stolz, wenn Teile meiner Aufsätze als Auszeichnung vor der Klasse vorgetragen wurden. Beim Theaterspielen gab ich den geschriebenen Worten dann Stimme und Seele und entdeckte bald auch den Poetry Slam für mich. Mehrfach – das erste Mal vor gut 10 Jahren – spielte ich mit dem Gedanken, einen eigenen Blog mit Leben zu füllen und verwarf ihn dann immer wieder aus Neue.

Aber wieso eigentlich? Wenn ich ehrlich zu mir bin, dann lautet die Antwort: ich hatte schlichtweg keine Lust auf negative Reaktionen und keine Nerven, mich ständig zu erklären. Als Konsequenz verzichtete ich auf etwas, was mir sehr am Herzen lag: das Schreiben. Schreiben war für mich neben einer Leidenschaft schon immer ein Weg, mich ganz bewusst und detailliert mit Themen, die mich beschäftigen, auseinander zu setzen.

Denn darum geht es mir: das bewusste Auseinandersetzen mit Themen, die mich bewegen. Wenn ich mit meinen Worten am Ende des Tages sogar den ein oder anderen Menschen erreiche, habe ich mein persönliches Ziel weit mehr als nur übertroffen. Negative Kommentare, lange Nasen hinter dem Rücken oder Gemeinheiten gehören heute leider dazu – die Frage ist nur, wie wir mit ihnen umgehen. Solange ich mit mir im Reinen bin und morgens ohne Scham oder Groll in den Spiegel schaue, habe ich alles richtig gemacht.

Einer der Gründe, wieso ich keinen einzigen Tag jünger sein möchte, als ich es heute bin. Denn jede der Erfahrungen der letzten 32 Jahre haben dazu geführt, dass ich heute der Mensch bin, der diese Zeilen schreibt und mit dem bin ich – trotz aller Ecken und Kanten oder gerade deswegen – sehr zufrieden.

Und dafür steht „Konfetti-Leben“: für ein buntes Leben, in dem oft einiges durcheinander fliegt, in dem nichts dem anderen gleicht und wo genau diese Unterschiede das pure Glück ausmachen.